Zur Blütezeit des Goldrausches lebten in Atlin etwa 10,000 Abenteurer und weitere 6000 in unmittelbarer Umgebung. Unvorstellbar, wenn man das kleine verträumte Dorf mit seinen 300 Einwohner heute betrachtet. Die Zeugen jener Zeit sind allgegenwärtig. Wenn Sie durch die Ortschaft wandern, kommt richtige Goldgräberstimmung auf. 

 Atlin`s Geschichte

Verschneite Hütte
Atlin Supermarkt

Atlin in British Columbia, liegt einsam und versteckt, wenige Kilometer südlich der Yukon Grenze an einem wunderschönen See. Eine schmale Reihe von neuen Blockhäusern stehen ordentlich an den Straßen zwischen alten klapprigen Häusern und historischen Plätzen, als Beweis für die fortwährende Erneuerung der Stadt. Ein großer Goldrausch hat Atlin entstehen ?? lassen, aber ein Grund für den gegenwärtig guten Zustand der Stadt ist nicht wirklich ersichtlich. Viele Kanadier haben nie etwas von Atlin gehört, aber das war nicht immer so.

Atlin`s nächster Nachbar ist  Telegraph Creek, weit weg am Stikine River. Diese beiden Orte sind durch einen verwachsenen 375 km langen Pfad verbunden. Diese alte Route wird Telegraph-Trail genannt und war einst ein wichtiger und viel benützter Weg für Reisende, Jäger und jene Männern, die an der Telegraphen Linie arbeiteten und sie instandhielten. Dies gehört jedoch der Vergangenheit an, genauso wie die anderen verlassenen Pfade, welche von den Goldsuchern geprägt und jahrelang von Atlin`s Einwohnern, von Besuchern und Händlern benützt wurden, um auf diesem Wege in und aus der Stadt zu gelangen.  Erst nach einem halben Jahrhundert wurde für Atlin eine Straßenverbindung zum Alaska Highway gebaut. Seit 1949 ist Whitehorse die nächst gelegene Stadt.

Echtes GoldAm Beginn, und auch zur Wende zum 20. Jahrhundert, war Atlin weitum im ganzen Land bekannt. Es war Hauptthema der Zeitungen zwischen Dawson City bis San Francisco, New York und darüber hinaus.  1898 wurde Gold in Atlin gefunden, gerade zu dem Zeitpunkt als  es den Anschein hatte, die ganze Welt versuchte den Yukon zu erreichen. Rasend verbreiteten sich die Neuigkeiten über die Goldfunde. 1000 km südlich des Klondi??ke Gebietes kam es zu einem großen Meinungsumschwung und so änderten Tausende Abenteurer ihre Marschroute zu den Goldminen nach Atlin. Beweis für die Goldfunde in Atlin war auch, daß 1500 Männer, die mit dem Bau der White Pass Eisenbahn  in der Nähe von Atlin beschäftigt waren, Hals über Kopf ebenfalls zur Goldsuche dorthin aufbrachen und ein Chaos hinterließen. 

GoldgräberIm entfernten Victoria bemerkten Politiker sofort die Folgen des gewaltigen Goldrausches im Inneren des Landes. Voreilig wurden Minen-Vorschriften erlassen, um daraus den Nutzen zu ziehen, die Schatzkammer des Landes zu füllen und das Yukon Gold nicht in fremde Taschen fließen zu lassen. Das Resultat war ein ernstliches Hindernis Kapital aus dem Goldsuchergebiet zu schlagen. Dies hatte auch Auswirkungen auf die spätere Entwicklung der Bergbau-Industrie in dem Gebiet. Viele  Investoren  verließen Atlin, aber Minen und Gebäude trotzten den vergeblichen Versuchen der Regierung den Goldrausch zu verwalten  auf ihre Weise.

In den 20er Jahren war Atlin ein beliebtes Urlaubsziel, das bis nach Europa bekannt war. Das noch gut erhaltene Schiff Tarahne, heute Wahrzeichen von Atlin, wurde für Ausflugsfahrten und als Transportschiff benutzt. 

Die Wirtschaftskrise beendete den Aufschwung und den Tourismusboom. Es blieben nur ein paar hundert Menschen zurück, die keine andere Wahl hatten, als zu bleiben. Atlin war nun von diesen Menschen und deren Einfallsreichtum abhängig. Die Goldgräbersiedlung “Discovery” am Pine Creek verschwand langsam, aber Atlin überlebte auf Grund einer Gruppe Einwohner, welche die Sache in die Hände nahmen. Sie fanden kluge Wege um viele Annehmlichkeiten zu organisieren – die Behörden in Victoria waren plötzlich nicht mehr interessiert. Das Dorf konnte als Dorfgemeinschaft ehrenhaft überleben. Trotz der Mühen, die die Einwohner hatten, sich an die um vieles verkleinerte Gemeinde zu gewöhnen, ist der Geist dieser harten Anfänge nie verloren gegangen. In den Jahrzehnten nach der Wirtschaftskrise, wo man die ganze Energie in das wirtschaftliche Überleben steckte, wurde niemals daran gedacht Atlin aufzugeben. Erinnerungen an die Goldgräber Zeit wurden aber beiseite gelassen oder fast gänzlich vergessen.  

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